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Wie kann ich nachhaltiger essen?

Essen ist eines unserer Grundbedürfnisse, jeden Tag nehmen wir mehrmals Nahrung auf. Es ist also ganz klar: wie und was wir essen hat einen großen Anteil an einem nachhaltigen Lebensstil. Wie du dich nachhaltiger und gesünder ernähren kannst, erfährst du hier.

Mit allem, was wir täglich tun können wir einen wesentlichen Unterschied im punkto Nachhaltigkeit machen. Wenn es ums essen geht, dann ist der erste Impuls oft, im Bioladen zu kaufen, doch der Heilsbringer in punkto Nachhaltigkeit ist Bio auch nicht.

Dennoch, es gibt es eine Menge Ansatzpunkte, mit denen du dich nicht nur bio, sondern auch gesund und nachhaltig ernähren kannst:

Verpackung vermeiden

Egal ob Plastik, Papier oder „kompostierbare“ Tüten: Verpackung ist nie gut. Entweder es wird viel Energie, Wasser und sonstige Ressourcen für die Produktion verbraucht (Papier). Oder sie sind nur unter großem Aufwand recyclebar (Glas) oder belasten unsere Ökosysteme langfristig (Plastik im Meer). Nimm einfach den guten alten Jutebeutel mit und versuche Dir so wenig wie möglich einpacken zu lassen. Das geht oft beim Bäcker, der gibt das Brot auch direkt in den Korb oder die Tüte. Auch beim Metzger oder an der Käsetheke kann man eine Dose mitbringen wo einem das Essen hineingelegt wird.

Regional und saisonal kaufen

Wer wirklich nachhaltig einkaufen möchte, kauft am besten auf dem Wochenmarkt, im Hofladen oder direkt beim Bauern. Die letzteren beiden Optionen geben gleich noch die Möglichkeit sich beim Bauern umzuschauen und sich selbst ein Bild von seiner Arbeitsweise zu machen.

Regional und saisonal zu kaufen hat nicht nur den Vorteil, dass die Produkte keine langen Lieferwege hatten, sondern auch, dass sie die regionalen Bauern fördern. Kleine Unternehmen sind oft nachhaltiger als große Ketten, da Transport, Verarbeitung etc. noch in Handarbeit geschehen. Zudem bleibt das Geld in der Region, was wiederum gut für alle ist.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt beim regionalen Kauf ist, dass die Lebensmittel oft mehr Vitamine und Nährstoffe enthalten. Ganz einfach, weil sie nicht grün geerntet und kurz vorm Verkauf begast werden. Sie sehen vielleicht nicht immer aus wie im Bilderbuch, aber oft sind gesünder, weil frischer. Und: nicht jeder Bauer verwendet Chemiekeulen und Pestizide, oft sind auch diese sehr ökologisch unterwegs, allerdings ohne teures Bio-Zertifikat. Es lohnt sich einfach mal nachzufragen.

Wenn du wissen möchtest wo du bei dir zuhause beim Bauern einkaufen kannst, dann schau doch mal hier: Regioportal

Zum Thema saisonal kann man auch diskutieren. Natürlich, im Winter ist es hierzulande ein bisschen eng mit Gemüse und vor allem frischem Obst. Aber vielleicht kann man das ein oder andere Mal bewusst saisonale Gerichte bevorzugen, oder statt Kopfsalat im Dezember einfach zu Chinakohl oder Feldsalat greifen.

Auch Einlagern ist vielleicht für den einen oder anderen eine gute Lösung: Äpfel können in vielen Kellern gelagert werden – einfach Lageräpfel kaufen und den Bauern fragen, wie er das macht. Und wenn`s in deinem Keller nicht klappt, weil er zu feucht oder zu warm ist, dann hast du es zumindest mal versucht.

Selbst anbauen

Hast Du schonmal versucht selber Obst, Gemüse oder Kräuter anzubauen? Oft ist das gar nicht so schwer. Gut funktionieren Kräuter im Fensterbrett – viel einfacher geht das natürlich im Beet.

Auch Tomatenpflanzen, oder Pflücksalat sind gut im Topf auf dem Balkon zu bewältigen. Wenn Du einen Garten hast, aber keine Zeit dich großartig um Beete und Co zu kümmern: pflanz doch ein paar Obstbäume! Die wachsen von ganz allein und zaubern ohne großen Aufwand leckere Äpfel, Birnen oder Zwetschgen auf den Tisch.

Ein bisschen Obacht muss man dabei natürlich schon geben: es empfiehlt sich in jedem Fall ein bisschen zu recherchieren, um pflegeleichte Pflanzensorten zu finden, die auch für die Bedingungen in deinem Garten oder Balkon geeignet sind.

Selber kochen

Kling fast zu einfach: aber das nachhaltigste Essen ist das selbstgemachte. Natürliche Zutaten, die du selbst auswählst, chefkoch.de und schon kanns losgehen. Damit weißt du nicht nur genau was alles drin ist in deinem Essen. Sondern du vermeidest auch den Transport von frischen Lebensmitteln zu verarbeitenden Betrieben und von dort ins Lager und in den Supermarkt.

Im Ayurveda ist frisches, lokales, selbstgemachtes Essen der Schlüssel zur gesunden Ernährung. Und das zu Recht, wie ich finde. Fertiggerichte sind zwar schnell und besser als nix, aber schmecken tut es frisch zubereitet einfach am besten. Zumindest mit ein bisschen Übung.

Wenn du selber kochst, dann ist dir vielleicht aufgefallen, dass doch eine ganze Menge Biomüll anfällt. Auch das muss nicht sein: viele Gemüseteile können besser verwendet werden als auf dem Kompost zu landen.

Für die nachhaltige Küche kannst Du Gemüseabschnitte sammeln und dir daraus eine Gemüsebrühe kochen. Die kann man heiß in ein Schraubglas einfüllen und als Gemüsefond für später aufbewahren.

Oder einfach mal das „Grün“ mit verwenden. Es gibt viele tolle Rezepte die wir heutzutage gar nicht mehr auf dem Schirm haben. Wir sind es gewohnt viel von unserem Essen wegzuwerfen, aber das war nicht immer so. Leckere Brotaufstriche ergeben zum Beispiel Radieschenblätter- oder Karottengrünpesto. Und als Beilage geht auch mal ein Kohlrabiblattgemüse.

Nur kaufen was auch gegessen wird

Ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist es auch zu planen. Planen wann wer zu Hause ist, was gekocht wird und wieviel wirklich gebraucht wird. Zusätzlich kannst du, wenn du kreativ bist, noch eine Menge aus „Resten“ zaubern. Natürlich nur solange sie noch gut sind.

Und zum Thema „was noch gut ist“ sei hier auch noch etwas gesagt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum. Bevor Lebensmittelkonzerne ihre Waren mit MHDs bedruckt haben, wurde das Essen probiert, dran gerochen, es angeschaut – und die Menschheit hat es überlebt!!!

Jeder von uns ist in der Lage festzustellen ob etwas noch essbar oder schon verdorben ist. Nur weil sich ein Konzern absichern will, dass auch ganz bestimmt wirklich nichts schlecht werden kann, heißt das nicht dass ein abgelaufenes Mindeshaltbarkeitsdatum eine zuverlässige Aussage über den Produktzustand treffen kann. Also: seid mutig und probiert es aus!

Fazit nachhaltiger essen

Wenn du dich nachhaltig und gesund ernähren möchtest, dann hast du viele Möglichkeiten das zu tun. Produkte mit Bio-Siegel sind zwar oft etwas nachhaltiger als konventionelle Supermarktprodukte, doch Bio allein macht kein nachhaltiges Essen.

Wer sich gut und nachhaltig ernähren möchte hat dennoch eine ganze Menge Ansatzpunkte die er in den Alltag zu integrieren kann: Verpackung vermeiden,  regional und saisonal kaufen, selber kochen und alles vom Gemüse nutzen. Schon mit wenigen kleinen Anpassungen in unserem Alltag können wir gemeinsam einen Unterschied machen.

Hast Du noch weitere Ideen wie man nachhaltiger essen kann? Dann teile sie mit uns!

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info@nachhaltig4u.de

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